Erfahrungsraum-Woche

5-Tagesseminare
Beschreibung

Das Ziel des Erfahrungsraum ist es, Menschen auf möglichst ehrlicher, tiefgründiger und herrschaftsfreier Weise zu ermöglichen sich in der Begegnung mit Anderen neu ins Verhältnis zu sich Selbst, den Anderen und der Welt zu setzen. Sie lassen sich als Grenzbereich zwischen (politischer) Bildung, Therapie und spiritueller Entwicklung verstehen (mehr dazu ganz unten). Im Erfahrungsraum wird es hauptsächlich darum gehen, verschiedene Zugänge zu offener, ehrlicher, auch nicht-alltäglicher Kommunikation und Interaktion in (kleinen und großen) Gruppen zu erleben und zu erlernen.

Hierzu sollen Räume eröffnet werden,

  • die Begegnungen ermöglichen, welche auch Raum schaffen für persönliche Ängste, innere oder äußere Konflikte oder (zwischenmenschliche) Überforderungen, mit all ihren Gefühlen von Trauer, Verzweiflung, Wut etc… die ermöglichen, dass die eigenen (auch subtilen) Bedürfnisse und Grenzen im sozialen Miteinander besser verstanden und kommuniziert werden können.
  • die eine Reflexion über die Verbindung von individueller Selbstverwirklichung und gesamtgesellschaftlicher Transformation ermöglichen. die in der Begegnung mit Anderen ermöglichen, das eigene Selbst zu erkunden und zu größerem Vertrauen in die eigene Intuition, Vision und innere Kraft zu gelangen.
  • die gemeinsame meditative Interaktionen ermöglichen (über das Schauen, Berührung, Musik, etc.), welche all die verschiedenen (auch nicht-alltäglichen) Dimensionen menschlicher Wahrnehmung und Begegnung erfahrbar machen welche Zugänge zu Konfliktbearbeitung erfahrbar machen, die ermöglichen das Konflikte wirklich gelöst werden können und nicht nur kritisch besprochen werden.
  • Inhaltlich wird der Erfahrungsraum mit Impulsen zu „Menschenbilder und Weltverhältnisse“, „Nachhaltigkeit, Degrowth und Entwicklungskritik“ und „Macht und Privilegien“ gerahmt.
  • Methodisch ist es eine Mischung und Weiterentwicklung verschiedener Zugänge aus (Theater-) Pädagogik, Gestalttherapie, Konfliktbearbeitung und Meditation.
 
Beschreibung der einzelnen Räume

Die Idee der „Kontakt-Meditation“ ist, dass in einer offenen, wertschätzenden und absichtslosen Grundhaltung ein meditativer Begegnungsraum entsteht, der die eigenen Grenzen und die des Anderen zu respektieren versteht. Durch verschiedene Zugänge werden Interaktionen und Improvisationen ermöglicht, welche in der Langsamkeit all die verschiedenen (auch nicht-alltäglichen) Dimensionen menschlicher Wahrnehmung und Begegnung erfahrbar machen. Im „Meditativen Dialog“ wird die „Kontakt-Meditation“ als Grundhaltung genutzt. Diese verlangsamt nochmals den dialogischen Raum wie er in verschiedenen Methoden heute schon zur Konfliktbearbeitung oder Gemeinschaftsbildung (im Sinne einer „authentischen“ Öffnung voreinander) genutzt wird. Auch der Raum „Stille, Körper, Berührung, Klang“ baut auf den vorigen auf. Durch improvisierte Faciliation entsteht Stück für Stück eine Gruppendynamik die man als „aus sich selbst entstehendes Ritual“ bezeichnen könnte. Die Teilnehmenden folgen ihren Impulsen (sich zu bewegen, zu tönen, zu trommeln, etc.), beziehen sich aufeinander und spielerisch und „ganz von allein“ entstehen Rituale (zu Wut, Trauer, Leichtigkeit, …) welche ermöglichen das Erfahrungen aus der eigenen Biographie aufkommen und integriert werden können. In der „Spirituell-therapeutischen Begleitung“ werden die Erfahrungen aus „Stille, Körper, Berührung, Klang“ vertieft. Durch die vorangegangenen Erfahrungen wird der Raum und die Prozesse, die sich darin auftun klarer. In improvisierten und auf Impulsen basierenden Dynamiken, kommen Menschen in ihre inneren Prozesse und werden vom Raum und den Menschen in diesen begleitet. Einerseits wird es verschiedene Angebote am Morgen geben, die als Unterstützung dienen, um Zugänge zu den eigenen Gefühlswelten besser kennen zu lernen. Andererseites können dort Angebote aus den Reihen der Teilnehmenden entstehen – sei es (Acro-)Yoga, Qi-Gong, Mantrensingen, Meditation oder anderes.

Der Erfahrungsraum als Weiterbildung

Wie sich gezeigt hat ist der Erfahrungsraum nicht nur ein Selbsterfahrungsraum, sondern zugleich eine Art Weiterbildung. In den meisten sozialen Berufen ist ein zentraler Bestandteil, was man als Raumhalten bezeichnen kann, die Fähigkeit wahrzunehmen was im „Raum“ – in der Gruppe – passiert, wann und wo Missverständnisse entstehen, wie es wem gerade geht, wie auf Emotionen und offene Bedürfnisse geantwortet werden kann, wie Missverständnisse aufgelöst werden können, etc. Die Dynamiken im Erfahrungsraum ermöglichen es soziale Dynamiken besser zu verstehen und die eigenen Hadlungsoptionen zu erweitern um Räume zu halten und Menschen zu begleiten. Weiterhin entstehen unterschiedliche Situationen, in denen die Teilnehmenden die Möglichkeit haben Erfahrungen in emotionaler Begleitung und intuitiver Körperarbeit zu machen. Wie das Verhältnis von Selbsterfahrungsraum und „Weiterbildung“ für jede*n einzelne*n aussieht, hängt von den Vorerfahrungen (in Selbsterfahrung wie in „Begleitung“) ab.

Zur Transparenz der Kosten

4 Nächte, 12 Mahlzeiten, Teilnahme Essen und Übernachtung wird durch Bietrunden abgedeckt. Das heißt, dass in einer ersten Runde alle das Gebot in den Topf schmeißen, das sie gerne zahlen möchten. Wenn dabei zu wenig Geld zusammen kommt um die Ausgaben zu decken, wird es weitere Bietrunden geben, bis der Betrag erreicht wird.

Essen (95 % vegan): 48 Euro Durchschnittlich braucht es 12 Euro pro Person & Tag – darin enthalten sind die Nahrungsmittel (zum Großteil bio) und ein kleiner Beitrag für die Kochenden – um ihre Übernachtungs- und Essenskosten decken zu können.

Übernachtung: 80 Euro Durchschnittlich braucht es 20 Euro pro Person & Nacht für die Herberge (Bett in Einzel-, Doppel, oder 4er-Zimmer, sowie Raumnutzung Seminarraum, Bewegungsraum, Essraum, Endreinigung)

Teilnahme: Geschenk / Wert: 250 Euro Um Menschen unabhängig von ihrem finanziellen Hintergrund Zugang zum Angebot der Erfahrungsräume zu ermöglichen soll die Teilnahme am Erfahrungsraum von unserer Seite ein Geschenk an dich sein und du kannst mit deiner Spende ermöglichen, dass in Zukunft andere Menschen an Erfahrungsräumen teilnehmen können. Da der Erfahrungsraum noch in seinen Anfängen steckt, ist die Finanzierung und damit die Langfristigkeit dieses Angebotes noch nicht sichergestellt. Um die Erfahrungsräume langfristig zu ermöglichen (Team, Vorbereitung, Umsetzung, Nachbereitung, Kommunikation, Team-weiterentwicklung, …) braucht es bei einer niedrig angelegten Kalkulation durchschnittlich 250 Euro pro Person. Es wäre hilfreich, wenn du mit deiner Teilnahme mind. 120 Euro an den Erfahrungsraum spenden könntest. Wenn dir das gerade wirklich nicht möglich ist, soll das nicht deine Teilnahme verunmöglichen. Komm einfach, das mit dem Geld kriegen wir schon hin… Am Ende des Seminars wird transparent gemacht wie viel Geld für die Teilnahme reingekommen ist.

Zur Rolle der anleitenden Personen

Das Team (aus 2-4 Personen) versteht sich als Facilitator*- innen. Das heißt, dass wir zwar in Methoden und Zugänge einführen, aber diese dann nicht hierarchisch als Moderator*in leiten, sondern auf Augenhöhe eine Mitverantwortung an der weiteren Entwicklung der Räume haben, ohne dabei den eigenen Erfahrungsvorsprung und die damit einhergehende größere Verantwortung aus den Augen zu verlieren.

Zur Transparenz des Risikos

Die Prozesse, die im Erfahrungsraum angestoßen werden, können zum Teil erschreckende Erfahrungen auslösen, bspw. große Angstzustände, starke Wuterfahrungen, Schmerzerfahrungen, etc. (oder auch Trauma-Erfahrungen triggern). Diese sind Teil therapeutischer und spiritueller Verstehens- und Klärungsprozesse. Diese können sehr anstrengend sein und zeitweise dazu führen, dass wir im kapitalistischen Alltagsleben nicht besser, sondern schlechter „funktionieren. Es könnten auch Sinnkrisen und vorübergehende Depressionen im Nachgang des Erfahrungsraumes ausgelöst werden. Auch wenn wir als Team das Vertrauen haben, dass wir vor Ort solche Prozesse gut begleiten können, verlassen am Ende der Zeit dann alle den Ort wieder um in ihren Alltag zurückzukehren. Wir werden zwar auch nach der Zeit noch zur Verfügung stehen, um eine Integration der vielleicht erschreckenden Erfahrungen zu erleichtern. Dies ist jedoch natürlich begrenzt durch Zeit und Raum. Jede Person, die teilnehmen möchte, muss sich diesen Risiken bewusst sein.

Tipp

Es kann hilfreich sein, an dem Erfahrungsraum gemeinsam mit einer „verbündeten“ Person teilzunehmen (die im besten Fall am gleichen Ort wohnt), da es nicht nur den Umgang mit dem benannten Risiko vereinfachen kann, sondern auch das weitere Erleben und Erweitern des Erlernten im Alltag ermöglicht. Gleichzeitig kann eine solche Person euch im Erfahrungsraum davon abhalten, euch selbst anders und neu erleben zu können, daher die Einladung, falls ihr zu zweit (oder mehr) kommt, versucht für die Tage des Erfahrungsraum möglichst wenig Austausch miteinander zu haben, tut so, als ob ihr alleine gekommen wärt/euch fremd wärt.